Goethe · C2

Goethe C2 Schreiben – Practice Exam 2

A full realistic Goethe C2 (GDS) writing practice exam: sentence transformation and an extended reader letter with model answers, advanced vocabulary and explanations.

Exam
Goethe-Zertifikat C2: GDS
Level
C2
Writing tasks
2
Time
80 minutes
Focus
transformation + extended reader letter
Practice exams · C2
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Practice Exam 2You are here

Exam overview

A full realistic Goethe C2 (GDS) writing practice exam: sentence transformation and an extended reader letter with model answers, advanced vocabulary and explanations.

  • ExamGoethe-Zertifikat C2: GDS
  • LevelC2
  • Writing tasks2
  • Time80 minutes
  • Focustransformation + extended reader letter

Task sheet

German

Goethe-Zertifikat C2 – Großes Deutsches Sprachdiplom
Modul Schreiben

Schreiben, 80 Minuten

Dieses Modul besteht aus zwei Aufgaben. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen.

Aufgabe 1: Umformung

Formulieren Sie die Sätze um. Verwenden Sie dabei das angegebene Wort, das nicht verändert werden darf. Nehmen Sie alle notwendigen Umformungen vor.

Beispiel:

Original: Viele Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel, weil sie die Umwelt schonen möchten.

Vorgabe: um

Lösung: Viele Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel, um die Umwelt zu schonen.

  1. Original: Immer mehr Städte bauen Radwege aus, weil sie den Autoverkehr reduzieren wollen.
    Vorgabe: Ziel
  2. Original: Viele Bürgerinnen und Bürger begrüßen autofreie Zonen, obwohl sie am Anfang skeptisch waren.
    Vorgabe: trotz
  3. Original: Wenn der öffentliche Nahverkehr zuverlässig ist, verzichten mehr Menschen auf das Auto.
    Vorgabe: Voraussetzung
  4. Original: Die Stadtverwaltung hat neue Maßnahmen beschlossen, damit die Innenstadt attraktiver wird.
    Vorgabe: zwecks
  5. Original: Kritiker sagen, dass autofreie Innenstädte den Einzelhandel schwächen könnten.
    Vorgabe: befürchten

Aufgabe 2: Ausführlicher Leserbrief

Sie haben in einer überregionalen Zeitung eine Artikelserie zum Thema „Stadt der Zukunft“ gelesen. Sie schreiben einen ausführlichen Leserbrief an die Redaktion. Wählen Sie ein Thema.

Thema 1: Autofreie Innenstädte

  • Autofreie Innenstädte erhöhen die Lebensqualität.
  • Ohne gute Alternativen benachteiligen Autoverbote bestimmte Bevölkerungsgruppen.
  • Stadtplanung sollte stärker auf Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel ausgerichtet werden.

Thema 2: Wohnen in Großstädten

  • Bezahlbarer Wohnraum ist eine der größten sozialen Fragen unserer Zeit.
  • Verdichtung kann Wohnraum schaffen, aber auch Grünflächen verdrängen.
  • Städte sollten neue Wohnformen wie gemeinschaftliches Wohnen stärker fördern.

Bei der Bewertung wird u. a. darauf geachtet: vollständige Bearbeitung, begründete Argumentation mit Beispielen, klare Gliederung, angemessene Wortwahl und Stil.

Model answer in German

Original practice answer. All exam content is in German.

StructureTask pointConnectorUseful expressionGrammar/Register
Aufgabe 1 – Umformung

1. Immer mehr Städte bauen Radwege mit dem Ziel aus, den Autoverkehr zu reduzieren. (Ziel)

2. Trotz anfänglicher Skepsis begrüßen viele Bürgerinnen und Bürger autofreie Zonen. (trotz)

3. Ein zuverlässiger öffentlicher Nahverkehr ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen auf das Auto verzichten. (Voraussetzung)

4. Die Stadtverwaltung hat zwecks Attraktivitätssteigerung der Innenstadt neue Maßnahmen beschlossen. (zwecks)

5. Kritiker befürchten, dass autofreie Innenstädte den Einzelhandel schwächen könnten. (befürchten)

Aufgabe 2 – Thema 1: Autofreie Innenstädte

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich Ihre Artikelserie zum Thema „Stadt der Zukunft“ gelesen. Die Frage, ob Innenstädte autofrei werden sollten, berührt zentrale Aspekte moderner Stadtentwicklung: Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit, Mobilität und wirtschaftliche Interessen.

Zunächst halte ich die Aussage, autofreie Innenstädte erhöhten die Lebensqualität, grundsätzlich für überzeugend. Weniger Autoverkehr bedeutet in der Regel weniger Lärm, sauberere Luft und mehr Raum für Begegnung. Plätze, die bislang von parkenden Fahrzeugen geprägt waren, könnten für Grünflächen, Cafés, Spielbereiche oder kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Eine Stadt, die Menschen statt Autos in den Mittelpunkt stellt, kann dadurch deutlich an Attraktivität gewinnen.

Gleichzeitig wäre es jedoch problematisch, Autoverbote isoliert zu betrachten. Ohne verlässliche Alternativen könnten bestimmte Bevölkerungsgruppen benachteiligt werden, etwa ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit kleinen Kindern oder Menschen, die außerhalb des Stadtzentrums arbeiten. Wer den Autoverkehr reduzieren möchte, muss daher zunächst sicherstellen, dass Busse, Bahnen, Radwege und barrierefreie Angebote tatsächlich gut funktionieren.

Besonders wichtig erscheint mir deshalb eine ganzheitliche Stadtplanung. Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel sollten stärker berücksichtigt werden, ohne die Bedürfnisse von Lieferdiensten, lokalen Geschäften und weniger mobilen Menschen zu ignorieren. Es geht nicht darum, das Auto grundsätzlich zu verteufeln, sondern seine Dominanz in dicht besiedelten Innenstädten sinnvoll zu begrenzen.

Meiner Ansicht nach liegt die Zukunft der Stadt in einer klugen Mischung aus Verkehrsberuhigung, attraktiven Alternativen und sozialer Rücksichtnahme. Autofreie Innenstädte können ein großer Gewinn sein, wenn sie nicht als Symbolpolitik betrieben, sondern sorgfältig geplant und gerecht umgesetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen Ahmed Ali

Aufgabe 2 – Thema 2: Wohnen in Großstädten

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich Ihre Artikelserie zum Thema „Stadt der Zukunft“ gelesen. Besonders die Frage nach bezahlbarem Wohnraum halte ich für zentral, da sie weit über den Immobilienmarkt hinausreicht und unmittelbar mit sozialer Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Lebensqualität verbunden ist.

Zunächst ist nicht zu bestreiten, dass bezahlbarer Wohnraum eine der größten sozialen Herausforderungen unserer Zeit darstellt. In vielen Großstädten steigen die Mieten seit Jahren schneller als die Einkommen. Dies führt dazu, dass Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen aus zentralen Stadtteilen verdrängt werden. Eine Stadt verliert jedoch an sozialer Vielfalt, wenn nur noch wohlhabende Gruppen dort wohnen können.

Gleichzeitig ist die Forderung nach mehr Verdichtung ambivalent. Einerseits kann sie dringend benötigten Wohnraum schaffen und vorhandene Infrastruktur besser nutzen. Andererseits besteht die Gefahr, dass Grünflächen verschwinden und Stadtviertel ihre Aufenthaltsqualität verlieren. Gerade in Zeiten des Klimawandels sind Parks, Bäume und offene Flächen nicht Luxus, sondern notwendige Bestandteile einer lebenswerten Stadt.

Vor diesem Hintergrund erscheint mir die Förderung neuer Wohnformen besonders sinnvoll. Gemeinschaftliches Wohnen, Mehrgenerationenhäuser oder genossenschaftliche Modelle können Wohnraum effizienter nutzen und zugleich soziale Kontakte stärken. Solche Konzepte ersetzen zwar keine umfassende Wohnungspolitik, sie können aber einen wichtigen Beitrag leisten.

Meiner Ansicht nach braucht es eine ausgewogene Strategie: mehr bezahlbaren Wohnraum, intelligent geplante Verdichtung, den Schutz öffentlicher Grünflächen und die Förderung gemeinschaftlicher Wohnmodelle. Nur wenn soziale, ökologische und städtebauliche Ziele gemeinsam gedacht werden, kann die Stadt der Zukunft wirklich lebenswert sein.

Mit freundlichen Grüßen Ahmed Ali

Structure

C2 writing requires precision, stylistic control and nuanced argumentation. Aufgabe 1 tests advanced sentence transformation. Aufgabe 2 requires a formal reader letter that discusses all given statements and develops a balanced position.

Why this works

The model answers evaluate each statement instead of simply agreeing or disagreeing. They use abstract vocabulary, complex sentence structures and formal register.

Task points

Aufgabe 1 – Umformungstechniken
Task pointGerman sentenceWhy it works
Ziel (1)
mit dem Ziel, … zu reduzieren
Final-Nominalisierung.
trotz (2)
Trotz anfänglicher Skepsis …
Konzessive Präpositionalstruktur.
Voraussetzung (3)
Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass …
Nominalisierung einer Bedingung.
zwecks (4)
zwecks Attraktivitätssteigerung der Innenstadt
Formelle Präpositionalstruktur.
befürchten (5)
Kritiker befürchten, dass …
Indirekte Rede mit Verb des Befürchtens.
Aufgabe 2 – Argumentstruktur
Task pointGerman sentenceWhy it works
Statement 1
Zunächst halte ich die Aussage … grundsätzlich für überzeugend.
Nuanced agreement, not blanket support.
Statement 2
Gleichzeitig wäre es jedoch problematisch, … isoliert zu betrachten.
Critical evaluation with conditions.
Statement 3
Besonders wichtig erscheint mir deshalb eine ganzheitliche Stadtplanung.
Constructive synthesis.
Conclusion
Meiner Ansicht nach liegt die Zukunft in …
Balanced, solution-oriented C2 closure.

Vocabulary

GermanEnglishWhy useful
zentrale Aspekte berühren
to touch on central aspectsAdvanced formal introduction.
moderne Stadtentwicklung
modern urban developmentTopic-specific C2 vocabulary.
grundsätzlich für überzeugend halten
to consider generally convincingNuanced evaluation.
in den Mittelpunkt stellen
to put at the centreStrong abstract expression.
isoliert betrachten
to view in isolationGood critical phrase.
verlässliche Alternativen
reliable alternativesPrecise argument vocabulary.
barrierefreie Angebote
accessible servicesSocial policy vocabulary.
ganzheitliche Stadtplanung
holistic urban planningAdvanced topic phrase.
soziale Rücksichtnahme
social considerationHigh-level abstract noun.
Symbolpolitik
symbolic politicsAdvanced critical term.
soziale Teilhabe
social participationStrong social topic vocabulary.
Chancengerechtigkeit
equality of opportunityAdvanced abstract noun.
ambivalent
ambivalentC2-level evaluation word.
Aufenthaltsqualität
quality of public spaceUrban planning vocabulary.
genossenschaftliche Modelle
cooperative modelsHousing policy vocabulary.

Useful expressions

  • Mit großem Interesse habe ich … gelesen.
  • Die Frage, ob …, berührt zentrale Aspekte …
  • Zunächst halte ich die Aussage … grundsätzlich für überzeugend.
  • Gleichzeitig wäre es jedoch problematisch, …
  • Besonders wichtig erscheint mir deshalb …
  • Es geht nicht darum, …, sondern …
  • Meiner Ansicht nach liegt die Zukunft in …
  • Nur wenn …, kann …

Connectors

zunächst
first / to begin with
gleichzeitig … jedoch
at the same time … however
einerseits … andererseits
on one hand … on the other
vor diesem Hintergrund
against this background
nur wenn …, (V) …
only if …, … (conditional)

Common mistakes

  • Ignoring one of the statements
  • Writing too simply for C2
  • No formal reader-letter opening
  • No nuanced evaluation
  • Weak conclusion
  • Overusing simple connectors like aber and und

These are original realistic practice exams modeled on common Goethe exam formats. They are not official Goethe-Institut exam questions.